Coronareise (2020) - Tag 20 (N:Tau)

Guten Abend zusammen,

aus der Heimat wissen wir, wie war es dort ist. Hier bei uns ist es nicht kalt und die 16-18°C eigentlich recht mild, wenn nicht der ständige Wind und der immer wieder einsetzende Regen wäre. Wie wir heute erfahren haben, ist das Gebiet in dem wir uns befinden eines der Hauptregengebiete in Europa und derzeit befinden wir uns in der Hauptregenzeit. Dennoch war auch die Gegend hier von der Jahrhunderhitze vor zwei Jahren betroffen. So sehr sogar, das weite Teile der Wälder und Hölzer einfach begannen zu brennen. Es hatte wohl mehrere Wochen lang nicht geregnet und Temeraturen von deutlich über dreißig Grad erreicht - soweit die Wetteraufzechungen zurück gehen, gab es das hier noch nie.
Wir sind jedoch nicht in der großen Sonne, sondern eher im unendlichen Regen losgefahren. Auf dem Weg zu unserem heutigen Ziel hatten wir keinerlei geplanten Stops und wollten uns ganz der Stadt Stavanger widmen. Stavanger wird von vielen Kreuzfahrtschiffen anlgelaufen und ist daher oftmals überfüllt. Corona sei dank, fahren derzeit keine Kreuzfahrtschiffe und wir hatten die Stadt weitgehend für uns alleine. Bei norwegischen Preisen (Diestleistungen werden hier fair bezahlt und sind daher von Natur aus teurer) + Touristenaufschlag, hatten wir uns beim Essen auf das Nötigste beschränkt. Eine Pizza kostet hier knapp 25 EUR, ein Kaffee gute 7,50 EUR). Stavanger selbst ist für uns mit gemischten Gefühlen zu betrachten. Einerseits ist Stavanger eine sehr schöne, alte Stadt mit vielen alten und kleinen Häusern und einer hübschen Innenstadt mit (Marken-) Boutiquen und Pups soweit das Auge reicht, zwei Museumsschiffen und zwei Kirchen (die wegen Renovierungen derzeit geschlossen sind), andererseits aber auch nicht so herausragend besonders, wie es der Massentourismus der hier sonst einlauenden Kreuzfahrtschiffe eigentlich vermuten lässt. Etwas ganz besonderes ist jedoch das Viking Center, eröffnet von einem Deutschen, direkt am Hafen. Eigentlich ein ganz kleines Geschäft, aber in einem abgegrenzen Raum setzt man sich mit anderen in ein Wikingerboot und erhält eine VR-Brille mit Kopfhörern. Dann sehen alle den selben Film, jedoch in ihrer Landessprache. Der Film den man hier sehen kann zeigt eindrucksvoll, wie und warum Harald Schönhaar die drei Norwegischen Königreiche vereint und so zum ersten König Norwegens wurde. Es handelt sich dabei aber nicht nur um einen Film, dank der VR Brile wird man Teil des ganzen, kann sich umsehen und bewegen. Man wird Soldat der Leibwache von Harald Schönhaar und erfährt, das Prinzessin Gyda seinen Heiratswunsch ausgeschlagen hat und diesen erst annimmt, wenn er König von ganz Norwegen ist (wie er zuvor geprahlt hat). Aus diesem Grund zettelt er eine Entscheidungsschlacht an und gewinnt diese. Nachdem er sich für die Hochzeit sein Haar hat schneiden lassen, wurde er Harald Schönhaar genannt. Wenn man jedoch selbst Teil der Geschichte wird, die Pfeile an einem vorbei fliegen oder man durch ein Blumenfeld läuft und meint, die Blumen anfassen zu können, dann hinterlässt das einen bleibenden Eindruck. Den einen oder anderen Film so in der Schule gezeigt und wir bräuchten mehr Psychologen, hätten jedoch wesentlich weniger Kiege auf der Welt.

Auf dem Weg zum Wohnmobil sind uns dann zwei Dinge aufgefallen, wärend wir den mit 14,4km langen (mein Arbeitsweg zur TU Darmstadt hat lediglich 8,6km) und bis zu 298 Metern tiefen und somit längsten und tiefsten Unterwassertunnel - den Ryfylketunnelen - durchfahren sind. Zum einen ist es das Meer an dem wir uns befinden. Neben den natürlichen Begrenzungen durch die nördlichen Küstenlinien dere Anreinerstaaten von Festlandeuropa im Süden, wir ddie Nordsee durch eine gedachte Linie von Lindesnes in Norwege bis zum nach Hanstholm in Dänemark von der Ostsee abgegrenzt. Im Norden verläuft die gedachte Grenze zum Nordatlantik von Nordschottland über die Shetlandinseln zum norwegischen Ålesund. Wit befinden uns daher am Übergang von der Nordsee, hin zum atlantischen Ozean.
Und wenn wir von Norden sprechen, dann sind wir schon bei der zweiten Feststellung. Letztes Jahr haben wir den Nördichsten Punkt unserer Reise etwas niedriger gehabt, als wir uns jetzt befinden. Wr sind zwar nicht wie geplant am Nordkap, aber auch diese Reise ist voll von Eindrücken und Erlebnissen.

Ein Highlight ist aber oftmals die Frage: "Wo schlafen wir denn heute Nacht". Meistens sind es Orte, die man sonst nie erreichen würde. Nicht umsonst sind die Diesel betriebenen Fahrzeuge, das Tor zur Natur und der Freiheit. Heute stehen wir auf einem Stellplatz in Tau. Das Heck unseres Dickerchens und die Nordsee trennen lediglich fünf Meter und eine Kaimauer. Direkt vor uns liegen etliche Jachten, von groß bis klein; oftmals aus verschiedenen Ländern. Dahinter erhebt sich ein kleiner Berg, mit vielen Häusern im Norwegischen Stil (verkleidet in weißem oder roten Holz).
Letztendlich stehen wir zwar dennoch nur am und nicht im Wasser, dennoch finde ich dass das folgende Zitat zu unserem Wohnmobil und seinen Reisen hervorragend passt:
"Du wirst die Welt niemals richtig genießen, bis nicht das Meer durch Deine Adern fließt, dich der Himmel zudeckt und die Sterne Dich krönen."

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