Coronareise (2020) - Tag 21 (N:Hovden)

Sonne, Strand und Meer. Damit verbinden viele Menschen ihren Sommerurlaub und auch wir haben ganz kurz mit dem Gedanken gespielt, dieses Jahr 14 Tage auf einen Campingplatz in Spanien oder Portugal zu fahren. Mit Pool, All-Inclusive und eben genannten Attributen. Gezogen hat es uns dann aber nach Schweden, über mehrere Umwege wurde daraus nun Norwegen und aus Sonne, Strand und Meer wurde...: Schnee!

Als wir heute morgen unseren Stellplatz, den wir unter unseren Favoriten abgelegt haben, verlassen haben, haben wir das Ziel gehabt, eine Stabkirche anzuschauen. Das sind jene Kirchen, die komplett aus Holz gefertigt und meistens mehrere huntert Jahre alt sind. Über viele abenteuerliche Pässe sind wir dort auch hingekommen, zur Stabkirche Røldal. Zunächst einmal haben wir uns von der Nordsee und der Küste verabschiedet. Beide werden wir wieder sehen, jedoch erst in einer Woche, um über die Ostsee wieder nach Dänemark zurück zu kommen.
Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, was es mit dieser knapp 750 Jahre alten Kirche auf sich hat. Sie ist nämlich eines der beiden Wallfahrtzentren in Norwegen, da sich hier ein Wunder abgespielt haben soll. Der Legende nach, wurde das Kruzifix das über dem Altar hängt, in dem naheliegenden See gefunden. Zwei Angler hatten es versehentlich an der Leine und haben es nicht hochziehen können. Erst als sie dem Kruzifix versprachen, das es in die Kirche von käme, wurde es leichter. Dort angekommen, wurde es über dem Altar aufgehängt, wo es noch heute hängt. Das besondere ist aber, das es der Legende nach begann, zu schwitzen. Der eine Angler war blind und bekam etwas von dem Schweiß des Kruzifix in die Augen und als er den dort brennenden Schweiß abwischte, konnte er wieder sehen. An einem darauf folgenden Johannisgttesdienst begann es wieder zu schwitzen und die Besucher wischten dem Abbild Jesus den Schweiß mit Leinentüchern ab, rieben ihn auf Ihre Wunden und wurden alle geheilt.
Leider ohne unerklärliche Wunder erlebt zu haben, haben wir dann die Weiterfahrt angetreten. Nach dem wir nun viele Kilometer hinter uns gebracht haben - seit der Abfahrt sind es fast 2500km - die Kinder seit fünf Tagen ohne Spielplatz auskommen mussten und für mich morgen ein weiterer Tag HomeOffice ansteht, haben wir beschlossen einen Stellplatz mit Spielplatz aufzusuchen. Solche sind in Mittelnorwegen noch seltener, als größere menschlichere Sieldungen.

Ohne direktes Ziel sind wir dann der TV134 gefolgt und haben Serpentine um Serpentine an höhe gewonnen. Am Ende mündeten die Serpentinen in Tunneln und als wir oben ankamen, waren wir knapp 1500 Meter über dem Meeresspiegel und hatten rings um und herum saftiges Grün, Schafe und Kühe und eben Schnee. Unseren Atem konnten wir ebenfalls sehen, richtig kalt fühlte sich das Wetter aber dennoch an. Ein faszinierendes Gefühl, mitten in den Sommerferien Ende Juli. Hier irgendwo wollten wir bleiben und hatten auch schon vorab gesucht, wo man für eine oder zwei Nächte stehen könnte.
Letztendlich haben wir ihn dann doch gefunden, unseren Stellplatz. Und dann gleich was für einen. Wir sind in Hovden und stehen weniger als 10 Meter von einem Bergsee entfernt. Schnee haben wir hier keinen, können ihn jedoch auf den Bergen hinter dem See sehen. Besitzer des Stellpaltzes ist ein US-Amerikaner mittleren Alters aus NewYork, der wegen seiner Frau vor 10 Jahren nach Norwegen gezogen ist und diesen Stellplatz eröffnet hat. Genau genommen ist es eine Strandbar, mit mexikanischem Restaurant, Bootsverleih und 9 Wohnmobilstellplätzen. Aber eben wirklich schön gemacht und direkt in einer besonderne Stadt. Hovden ist nämlich die zwei größte Skiregion Norwegens, die größte in Südnorwegen und nicht nur wegen seines Aussehens das Aspne in Norwegen. Hovden hat knappe 500 Einwohner, dafür aber im Winter jährlich ca. 12.000 Gäste und ist nicht nur bei den Norwegern selbst, sondern auch bei Dänen, Schweden und Deutschen sehr beliebt.

Da wir nun den nördlichsten Punkt unserer diesjährigen Reise erreicht haben, werden wir erseinmal hier verweilen, bevor es wieder in Richtung des warmen Südens geht. Die Leute hier empfinden die 20 Grad überigens als war und tragen teilweise kurze Klamotten und gehen im 16 Grad kalten See baden. Für unsere Kids gab es statt dessen eine heiße Schokolade, was den Barkeeper zu einer verdutzen Nachfrage brachte. Er glaubte wohl, er hätte sich verhört, immerhin sind wir auch in den norwegischen Bergen gerade im Sommer. Der See ist seit ca. drei Monaten wieder Eisfrei und die bis zu sieben Meter Neuschnee bereits geschmolzen.
Für uns bietet der Ort aber auch ohen Schnee die nächsten drei Tage tolle Ausgangsmöglichkeiten, begonnen bei Wanderrouten, Mountenbiketouren, Golf und einem Abenteuerschwimmbad, einem Sparesort und vielen mehr. Mal schauen was die Tage so bringen werden.

Ich verabschiede mich für heute und wünsche euch eine gute Nacht.
"Ski Heil!" ;)

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