Nordkap (2021) - Tag 20 (S:Kiruna)

Guten Abend noch einmal aus Kiruna!

Eigentlich ist heute nicht viel passiert. Chrissy hat den Tag genutzt, um die gesamte Wäsche der letzten 8 Tage zu waschen. Sie nannte es "Großkampftag", denn neben der Wäscheleine die wir an der Markise befestigen, unserem kleinen Wäscheständer, sowie dem Wäscheständer des Campingplatzes, mussten auch unsere Campingstühle und selbst die Tischbeine unseres Campingtisches her halten, um alles trocknen zu können.
Die Kinder und ich habe parallel dazu, die Angel ausgepackt und das erste mal geangelt. Leon hatte sich das gewünscht und auch Lara war ganz scharf darauf. Vorweg, gefangen haben wir nichts, aber viel gelernt. Wir wissen nun wie das System aus Schwingen und entriegeln/verriegeln funktioniert, wie das Spiel zwischen Schwimmer, Köder + Haken/Gewicht funktioniert wie das und wie das Betäuben + Kiemenschnitt funktioniert hätte, für den Fall das uns etwas an den Haken gegangen wäre. Ich muss jedoch zugeben, das ich Angler immer etwas belächelt habe. Sie setzen sich irgendwo hin, teilweise mit der Klischeehaften Dose Bier, haben die angel im Wasser und philosophieren über das Geschehen und vielleicht geht ihnen der ultimative, große Fisch ins Netz, vielleicht aber auch einfach nichts. Langweilig wäre eine Beschönigung des Ganzen gewesen. Jetzt muss ich sagen, das es mega toll ist. Man kann sich stundenlang (leise) mit anderen unterhalten, kommt mit neuen Menschen in Kontakt und wenn niemand anderes da ist, das Wasser, die Natur drumherum und die Ruhe sind einfach Balsam für die Seele.

Das alles, obwohl sich der Campingplatz heute gefüllt und die Anzahl an Menschen wohl verdoppelt hat. Auch viele Deutsche und Niederländer, die von der schwedischen Tourismusindustrie schmerzhaft vermisst werden, sind dazu gekommen. Italiener und Polen sind so wenige wie immer; lediglich Dänen, Franzosen und Belgier sind weiterhin eine Seltenheit.
Ein Wort noch zur Pandemie: Auch wenn man den Schweden nach sagt, sie würden lascher damit umgehen: Das ist nur bedingt richtig. Die Mehrheit der Schweden ist doppelt geimpft, mit den Genesen zusammen gibt man teilweise 80% an. Dennoch halten sie Abstand, desinfizieren sich die Hände alle fünf Meter (an jeder Tür, an jedem Eingang, im Supermarkt werden Einkaufswägen deinfiziert bevor der Kunde sie in die Hand nimmt). Da wirken unsere Bemühungen, reduziert auf Schließungen und Maske. Wo liegt der Sinn, wenn ich mir einen Einkaufswagen nehme, den vorher jemand in der Hand hatte und dann im Supermarkt (beim Rewe bspw.) ein Desinfektionsspender steht, den die meisten nicht benutzten und sich an der Kasse jemad vorbei drängt, dabei die Hände auf meine Schulter legt und sagt: "Darf ich mal bitte kurz vorbei". Das würde sich hier niemand (!) trauen. Vielleicht ist es auch hier wieder eine Disziplienfrage, die wir deutschen leider vielleicht nicht mehr besitzen?!
Leider haben aber auch die schwedischen Vorgaben Beschränkungen. So gibt es eine maxiale Anzahl an Personen pro Quadratmeter und das das verhindert, das wir das Erzbergwerk in Kiruna besichtigen. Untertage ist es eben ein bisschen enger... Sehr schade, denn Kiruna wird seit 2020 um 5km versetzt. Alle Häuser werden abgerissen und entweder am neuen Ort neue gebaut oder die alten wieder errichtet. 2040 soll dieser Umzug abgeschlossen sein. Selbst Gräber werden einzeln versetzt, um eine Durchmischung der Asche zu verhindern. Bei dem Gründer der Mine und der Siedlung hatte man sich überlegt, das Grab dort zu belassen wo es war, so dass seine Mine es sich quasi einverleibt. Man hat sich dagegen entschieden - klang für mich irgendwie ein bisschen nach "Heiligenverehrung".

Mal schaue wie es bei der Raketenbasis morgen wird. Ich hoffe, das wir hier die Chance auf eine Führung haben. Wir werden sehen. Anschließend geht es weiter Richtung Süden. Wenn wir die geplanten Stationen - Bisonfarm in Hjo, Astrid Lindgren Värlt in Vimmerby - und dann unser Schiff in Göteborg bekommen möchten, aben wir noch 1.888km vor uns. Kein Grund zu Hektik, aber wer unseren Blog von letztem Jahr verfolgt hat weiß, wie leicht sich unsere Routen manchmal verändern... :D

Viele Grüße und bis morgen,
gute Nacht nach Hause!

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